Heimassistent kann auch Bilder zeigen

Amazon hatte einen ersten Versuch gemacht, aber Lenovo scheint der große Wurf gelungen: Es hat mit dem Lenovo Smart Display einen Assistenten auf den Markt gebracht, der alle Funktionen von Google Home hat, mit der Erweiterung, Ergebnisse auch auf einem Bildschirm anzeigen zu können.

Damit könnte ein großes Problem von Alexa und Co. gelöst werden: Die oft benötigte Visualisierung von Suchergebnissen. Zwar ist es kein Problem, per Spracheingabe einen Termin einzutragen oder nach dem Wetter zu fragen, aber wenn es zum Beispiel um Rezepte geht wird es schon schwierig. Niemand will sich ein Kuchenrezept von Alexa vorlesen lassen, man will Fotos von Kuchen sehen und dann entscheiden, welche man bäckt. Gleiches gilt auch für Straßenkarten: Wenn ich frage, wo das nächste Pizza-Restaurant ist, dann kann mir eine Karte mehr helfen als „Ich habe 5 Restaurants in Deiner Nähe gefunden“ – vor allem dann, wenn man die Umgebung nicht kennt.

Ein weiterer Vorteil beim Lenovo Gerät gegenüber dem Amazon Show Display ist, dass es auch YouTube-Videos abspielen kann. Das mag nicht wichtig klingen ist es aber doch, wenn man nach Anleitungen sucht. Zwar kann mit Siri vielleicht erklären, wie ich einen Reifen am Auto wechsle, aber merken kann ich es mir nicht. wird mir ein Video angezeigt, klappt das gleich viel besser.

Noch besser ist die Steuerung übrigens, wenn man gerade die Hände voll hat, aber visuellen Output braucht. Bei Alexa und Co. gibt es entweder Sprachausgabe oder einen Link. Wenn ich aber gerade den Hefeteig geknetet habe und wissen will, wie man einen Zuckerguss macht, dann wird es mit dem Wischen auf dem Display schwierig.

Die Frage wird sich stellen, ob die Home-Assistenten überhaupt eine Einzellösung bleiben werden oder ob der Trend in Richtung Integration geht. Schon jetzt kann man über Sprache und die Chromecast-Erweiterung einen Fernseher anschalten. Wenn aber das Fernsehgerät Alexa oder andere Assistenten eingebaut hat, dann kann es mit Ergebnisse jederzeit anzeigen oder eben als Sprache ausgeben.

Interessanterweise hat das Lenovogerät zwar ein Mikrofon und einen Bildschirm, aber keine Kamera. Man kann so die Hersteller damit sogar einen Videoanruf empfangen, selbst aber nur Audio senden. Ob es technische oder Kostengründe waren, die die Kamera außen vor ließen, ist nicht bekannt. Es hat aber auch Vorteile: so kann man nicht versehentlich die Kamera aktivieren, und wo keine Kamera ist können auch keine Hacker sich die Aufnahmen anschauen.

Amazons Display Echo bekam gemischte Kritiken auch weil man das Gefühl hatte, das Gerät sei nicht bis zu Ende entwickelt worden. Der Touchscreen war nicht wirklich nützlich und es fehlten interessante Anwendungen. Während man sich sicher sein darf, dass Apples Homepod vor allem eine Audioerweiterung bleiben wird, rechnen manche mit einem reinen Google Gerät. Auf der CES war davon noch nichts zu sehen.

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