Das Strava-Problem und die Fitnessbänder

Es ist so praktisch: Man will wissen wo an einem neuen Ort die besten Wege zum Laufen oder Radeln sind. Einfach Strava aufrufen und die Heatmap einschalten, und schon ist die Lösung vor Augen. Strava sammelt (unter anderem) die Daten von Fitnessapps, die aufzeichnen, wo man gelaufen ist. Es ist eine Art Social Network für Sportreibende, aber es hat, wie jetzt herauskam auch einen negativen Nebeneffekt.

Es scheint nämlich so, dass vor allem US-Soldaten, um fit zu bleiben, ihre Runde um die Kasernen und Stützpunkte drehen und dabei auch ihre Smart-Uhren und Fitnessbänder benutzen. Kaum sind sie vom morgendlichen Joggen zurück, werden die Daten über Internet mit der jeweiligen Software synchronisiert. Manche dieser Apps schicken die Daten – automatisch, aber anonymisiert – an das Sportnetzwerk, um so die Heatmaps zu füttern.

Das Problem: Nicht nur Sportler können diese Karten anschauen, sondern jedermann, und das sind auch Taliban und ISIS-Kämpfer. Denn auch am Hindukusch wird fleißig gejoggt und wer die Karten um Kandahar aufruft wird sehen, dass die Soldaten auch kleinste Stellungen als Fitnessstudio benutzen.

Damit wird offensichtlich wovor viele Experten schon gewarnt haben: Selbst wenn die Daten der Fitnessarmbänder anonym weitergegeben werden, so haben (oder bilden) sie doch einen Zusammenhang – in dem Fall joggende Fitbit-User irgendwo in der Wüste. Wer anders als US-Soldaten kann das sein, auch wenn die Daten das nicht sagen.

Selbst wenn die Basis selbst kein Geheimnis ist, so kann man zumindest sehen, wo die Soldaten am liebsten ihrem Sport nachgehen. Man kann sogar sehen ob gelaufen, geschwommen oder Rad gefahren wird. Betroffen sind übrigens auch Hilfsorganisationen.

Das US-Militär wird wohl die Benutzung solcher Dienste bald unterbinden, aber es stellt sich auch die Frage, ob wir als Verbraucher wirklich wissen, was unsere Daten am Ende anstellen können.

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